Obstbaumschnitt im Winter

Obstbaumschnitt im Winter

Klassische Obstbäume wie Apfel ( Malus ), Birne ( Pyrus ) sowie viele Steinobstgewächse wie Kirsche ( Prunus ) gehören zu den Kulturpflanzen, die bewirtschaftet werden müssen. Das bedeutet, regelmäßig Schnittmaßnahmen vorzunehmen. Mit dem Winterschnitt soll vor allem das Triebwachstum im folgenden Jahr gesteuert werden, um eine gute Ernte zu erzielen. Sachkundige Schnittmaßnahmen erhöhen zudem die Lebensdauer eines Obstbaumes. Denn dadurch erhält er eine stabile Form im Kronenbereich. Unter einem Winterschnitt werden Schnittmaßnahmen verstanden, die während der vegetationslosen Zeit vorgenommen werden – also von November bis März. Dem gegenüber steht der Sommerschnitt, der im belaubten Zustand – oft direkt nach der Ernte – durchgeführt wird. Grundsätzlich kann bei den heimischen Obstgehölzen ein Verjüngungsschnitt sowohl im Sommer als auch im Winter vorgenommen werden. Der Vorteil des Winterschnitts ist, durch das fehlende Laub der Aufbau des Baumes besser erkennbar ist.

Gestaltung der Krone

Bei der Kronengestaltung wird unterschieden zwischen der Pyramiden- und der Hohlkrone. Die drei bis vier sogenannten Leit- oder Gerüstäste bleiben dem Baum ein Leben lang erhalten. Von daher spielt in den ersten Jahren für den richtigen Aufbau der Erziehungsschnitt eine wichtige Rolle. Kennzeichen der Pyramidenkrone ist der vom Boden bis zur Spitze durchgehende Stamm. Von ihrer Form her erinnert diese Kronengestalt an einen Weihnachtsbaum. An der Stammverlängerung sind die drei bis vier Leitäste in einem Winkel von 45 bis 50 Grad angeordnet. Zu steil nach oben zeigende Triebe werden mit einem Holzstück entsprechend abgespreizt. Stehen die Triebe zu flach, können sie mit Hilfe einer Schnur nach oben gebunden werden. Bei der Hohlkrone gibt es keine Stammverlängerung. Hier verteilen sich die drei bis vier gleichmäßig starken Leittriebe nach allen Seiten.

Schnittstärke wirkt sich unterschiedlich aus

Von der Stärke des Schnitts hängt es ab, wie sich der Baum in der kommenden Saison entwickelt. Ein starker Schnitt wirkt sich wie folgt aus: Der Baum wächst stärker und bildet weniger Blütenknospen aus. Dadurch ist zwar die Anzahl der Früchte geringer, aber diese sind dafür größer. Das Gegenteil hiervon ergibt sich durch einen schwachen Schnitt.

Obstbauvereine und Naturschützer bieten Schnittkurse an

Die Technik des richten Obstbaumschnittes können Hobbygärtner erlernen und in der Praxis ausprobieren. Wichtig dabei ist es, die Wachstumsgesetze zu kennen. Die Schnitttechniken können je nach Obstsorte sehr verschieden sein. Terminhinweise zu Schnittkursen von Obstbauvereinen und Naturschützer sind häufig aus der örtlichen Presse sowie den Internetauftritten der jeweiligen Organisationen zu entnehmen.

Hinweise zum Schneiden von Apfelbäumen

Beim Schnitt von Apfelbäumen gelten folgende Regeln: Beherzt zur Schere greifen und zunächst alle nach innen wachsende Äste, dann die Peitschentriebe sowie parallel stehende Äste abschneiden. Alles, was nach innen wächst, wird herausgeschnitten, wie sich überkreuzende oder aneinander reibende Zweige. Entfernt wird auch alles Abgestorbene. Unter Peitschentrieben (auch Wasserschosse oder Wasserreiser genannt) werden die steil nach oben getriebenen Gerten verstanden. Sie fangen mitunter sogar weit unten am Stamm an auszutreiben. Sämtliche Äste, die über die Waagerechte nach unten wachsen, sind ebenfalls herauszuschneiden.

Apfelbaum - Pflanzschnitt

Ein richtiger Schnitt am Baum – unerlässlich!

Geeignete Schnittwerkzeuge

Für die adäquate Versorgung von Obstbäumen sollten geeignete Schnittwerkzeuge vorhanden sein. Für alle gilt, sie sollten stets sauber und scharf sein. Um die Schneidewerkzeuge regelmäßig schleifen zu können, darf ein Abziehstein nicht fehlen. Gebraucht werden folgende Werkzeuge: Eine mit einer Doppelklinge ausgestattete Handschere. Weniger gut geeignet – vor allem für den Schnitt von Jungtrieben – ist eine Ambosschere, weil diese die Äste zu sehr zerquetscht. Ein müheloses Schneiden von Ästen gelingt mit einer Astschere. Für ein sicheres Arbeiten von unten haben sich Kombinationen aus Teleskopschere und- säge bewährt.
Bei höheren Bäumen kann mitunter doch ein Klettern erforderlich werden. Dafür eignen sich Obstbaumleitern, die sich mit Bodenspitzen gut verankern lassen. Mit Hilfe einer Bügelsäge mit verstellbarem Sägeblatt, können auch an winkligen Bereichen des Baumes Schnittmaßnamen vorgenommen werden.

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