Oktober 2019: Steinbrech

Oktober 2019: Steinbrech

Kaum eine Pflanze hat ihren Namen mehr verdient als der Steinbrech (Saxifraga). Denn der Steinbrech wächst dort, wo eigentlich keine Pflanze wachsen möchte: in Felsspalten, Steingärten und auf Mauern. Für deinen Steingarten ist der Steinbrech also die ideale Pflanze, die nicht nur sehr robust ist, sondern auch schon schöne Blüten ausbildet und wie eine Matte wächst. Die Tatsache, dass die Pflanze auf Steinen wächst, erklärt auch ihren Namen. Der Steinbrech scheint den Stein wirklich zu durchbrechen, aber eigentlich sucht er sich mit seinen Wurzeln nur den Weg durch die Spalten in die Erde.

Herkunft

Der Steinbrech kommt ursprünglich aus den Gebirgen der gemäßigten und kalten Klimazonen. Allein in den Alpen kommen rund 40 verschiedene Arten der Gattung vor. Insgesamt umfasst die Gattung Steinbrech an die 480 Arten, die zum Teil sehr schwer zu unterscheiden sind. Somit gibt es quasi für jeden Standort den richtigen Steinbrech – oder umgekehrt. Von Vollsonnig über halbschattig bis schattig, je nachdem, welchen Platz du im Garten frei hast, es gibt den richtigen Steinbrech. Besonders interessant ist aber der Gegenblättrige Steinbrech (Saxifraga oppositifolia): dieser Steinbrech wächst selbst in 4507 Metern Höhe. Bisher gibt es in Europa keine andere blühende Pflanze, die in einer ähnlichen Höhe und unter ähnlich kalten Temperaturen gefunden wurde.

Vom Überleben auf Steinen

Dass der Steinbrech nicht direkt im Stein wohnt, wissen wir natürlich. Aber bemerkenswert ist es trotzdem, wie der Steinbrech auf einem so nährstoffarmen Untergrund zurechtkommt. Dafür hat er im Laufe der Zeit eine ausgefeilte Technik entwickelt. Wenn die Blüten, stirbt auch der Teil, aus dem die Blüte entstanden ist. Zeitgleich bilden sich aber neue Blüten, die die frei gewordene Lücke direkt wieder schließen. Die verwelkten Blätter werden verdeckt und verrotten nach einiger Zeit zu einer Humusschicht, die der Pflanze Nahrung bietet und die Wurzeln gleichzeitig unterstützt. Der Steinbrech hat sich also perfekt an seinen natürlichen Standort angepasst.

Pflegetipps:

• Startdüngung mit Kompost im März
• Gießen nur bei trockenen Wurzeln
• Im Pflanzjahr mit einer Laubschicht vor Frost schützen
• Halbschattiger Standort, warm und geschützt

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